Diabetes im Doppelpack

Hallöchen ihr Lieben.

In vielen Gruppen, Foren usw. liest man ja immer öfter, dass sich manche als Partner einen Diabetiker wünschen, damit dieser mehr Verständnis hat und es leichter ist.

Ist es das denn wirklich? Einfacher wenn beide Diabetiker sind? In einer solchen Beziehung war ich ja schonmal und ich muss sagen, dass war manchmal nicht so der Brüller. Vor allem wenn der Partner meint, er könne aufgrund seines Diabetes nicht mehr arbeiten und er hätte eh viel „schlimmer“ Diabetes als man selbst und man ochst sich wie alle anderen einen auf der Arbeit ab. Da fehlte mir immer mehr das Verständnis für diese Aussage. Wenn Besserwisserei dann noch dazu kommt, kann es sehr schnell ins Unschöne umschlagen und man ist genervt.

In meiner jetzigen Beziehung/Ehe ist es jedoch jetzt schon anders. Jan kannte es, wie es mit ner chronischen Erkrankung ist, konnte manches nachempfinden, anderes jedoch nicht. Wenn ich z. B. was gegessen habe und dazu nicht gebolt habe. Diese Null Bock Laune, einfach nach dem Motto, wenn ich es nicht sehe, sieht es mich auch nicht. Wenn man frustriert ist, weil die Werte trotz bemühen nicht so wollen. Das sind u. a. Dinge, die ein Nichtdiabetiker nicht nachvollziehen kann, ganz einfach, weil dieser sich nicht 24/7 um das kleine Monster kümmern muss.
Nun ist Jan in der selben Lage. Für jedes bisschen Essen müsste er bolen, klappt nur nicht so, weil er dafür noch nicht so richtig eingestellt ist, mit seinen festen Einheiten. Das nimmt ihm ein wenig die Freiheit. Auch klappt es mit diesen Einheiten nicht immer so, dass der Wert nach dem Essen gut ist. Das frustriert, manchmal mehr, manchmal weniger.
Da kommt dann auch bei mir die Sorge, dass er so handelt wie ich es viel zu lange getan habe, nämlich mit ignorieren des Diabetes. Das er zu gefrustet ist um sich zu bemühen, dass es besser wird. Ich hab Angst, dass er es so schludern lässt wie ich es getan habe. In diesen Momenten verstehe ich ihn wieder besser, wenn er sich da um mich Gedanken gemacht hat, wenn ich sagte, es ist mir alles egal. Vielleicht ist es das in dem Moment, nur bin ich ihm nicht egal und dann denke ich jetzt, dass ich ihm mit meinem Verhalten verletzt habe. Dass sich seine Frau, die er so liebt, selbst egal ist. 
Mein Ziel ist es, ihm den Einstieg und das Leben mit seinem Diabetes zu erleichtern, indem ich mich auch wieder mehr um meinen kümmere. Ich möchte, dass er weiss, dass er damit nicht alleine ist, möchte ihn motivieren wo ich nur kann. Denn mein Start war da eher das Gegenteil. Mir wurde eher Angst gemacht, als Mut. Diese Erfahrung möchte ich ihm ersparen.

Mein Fazit also, es ist schon schön, wenn man besser, was den Diabetes angeht verstanden wird, es bedeutet aber auch doppelt sorgen.

Wie sagt man aber so schön? Wie in Guten, so auch in Schlechten Zeiten. Gemeinsam bekommen wir unsere Monster in den Griff.

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Schönen Sonntag euch noch

Eure Linoi

von linoiszuckerblog

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