Bedeutet Partnerschaft = gemeinsamer Diabetes?

In der neuen Ausgabe des Diabetes Focus war ein Artikel über Partnerschaft und Diabetes. Mit Vorfreude habe ich diesen gelesen war aber dann doch irgendwie enttäuscht. Vor allem weil es da ein Paar gab, wo „der Diabetes Besitzer“ alles seine „Diabetes Typ Flerin“ machen lässt. Es ist super wenn es bei den beiden passt und dass sie sich als Typ Flerin da so reinkniet, gar keine Frage aber ich finde es schlimm, dass man als Diabetiker keinen Plan von seiner Krankheit hat. Naja vielleicht sehe ja nur ich das so, also hab ich meine bessere Hälfte mal den Artikel lesen lassen und er denkt ähnlich wie ich. Er meinte, da macht es sich jemand aber zu einfach. Puh, da war ich ja beruhigt. Ich für meine Person hätte wahnsinnige Probleme damit, ihn meinen Diabetes managen zu lassen. Ich bin sonst kein Egoist aber das ist definitiv MEIN Diabetes und da hat er nicht dran rum zu machen. Ich finde es vollkommen in Ordnung, dass er mehr darüber wissen möchte. Z. B. wenn es neues gibt, neue Insulinpumpen, Blutzuckermessgeräte und und und. Auch wie ich einfacher meine Werte zu Papier bringen kann, wieviel ich spritzen muss, was wieviel Kohlenhydrate hat, für welche Dinge ich nichts berechnen muss was wirklich wenige sind. Wasser z. B. muss ich nicht berechnen. 😀 Ihn interessiert auch immer was ich für Werte habe und das ist Klasse, er motiviert mich auch, alles super.Ich habe ihm aber auch zu verstehen gegeben, dass rum drängeln wie z. B. „Du musst mal messen!“ Kontraproduktiv ist. Es kommt dazu auf die Situation an. Einmal sagen ist ok, dann wieder und wieder wird grenzwertig bis nervig. Ich stelle dann schnell auf stur und messe aus Trotz gar nicht. Ja klar ich weiß, es ist meine Gesundheit aber genau darum geht es ja. Es ist MEINE Gesundheit, MEIN Diabetes. Ich drängel ihn ja auch nicht seine Medikamente zu nehmen. Er selbst mag es nämlich da genauso wenig gedrängt und ich sag mal krass bevormundet zu werden. Ich weiß auch, dass er es nur gut meint, dass ihm mein Wohl und meine Gesundheit wichtig ist. Ich weiß das aber dennoch. Vielleicht bin ich da doch nen kleiner Kontrollfreak, dass nur ICH Kontrolle über meinen Diabetes haben muss. Ich weiß es nicht. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, diese Verantwortung abzugeben. Was auch wieder ein Punkt ist, dass ich dermaßen froh bin, Diabetes erst im Erwachsenen Alter bekommen zu haben.

Mir ist es wichtig, dass mein Freund mich auffängt wenn es mir mies geht und mich der Diabetes ankotzt, mich in den Arm nimmt, sagt, dass morgen wieder ein besserer Tag sein wird, mir zuhört wenn ich drüber motze oder mich über gute Werte freue oder über Kleinigkeiten wie Aufkleber für die Pumpe oder dem Blutzuckermessgerät, wenn ich mein Tagebuch aufhübsche und es ihm dann wie ein kleines Kind präsentiere und er nicht drüber lacht. Dass er weiß wann er mir wie helfen kann ohne mich zu erdrücken. DAS ist mir persönlich wichtig, alles andere mache dann schon ich. Und bis jetzt klappt es auch ganz gut so. Wichtig ist auch, drüber zu reden und dass ich ebenso für ihn da bin, wenn ihn seine Krankheit ankotzt wie er für mich da ist. Ich möchte ihm nicht auch noch meine Krankheit mit aufdrängen. Und weil es so gut klappt sag ich meinem Schatz einfach mal….

IMG_20150415_204535

In diesem Sinne

Eure Linoi

(PS: Ich bekomm die Beiträge nicht mehr bunt hin, irgendwie ist der Editor anders so nen Käse grummel 😦 )

von linoiszuckerblog