17. Diaversary

Dienstag, der 13. April 2004. Der Tag, der mein Leben von Grund auf änderte.
Ich fühlte mich schon lange sehr schlapp, Treppe steigen war mir kaum noch möglich. Dazu hatte ich extrem viel abgenommen, hab gesoffen wie ein Loch, schlappe 10 Liter am Tag waren da nix. Die Toilette war mein bester Freund, ich verbrachte mehr Zeit da also sonst irgendwo.

Als ich die Diagnose realisiert hatte, war ich so euphorisch, ganz hibbelig, fand alles irgendwie total toll. Mein eigenes Messgerät, meine Pens, alles neu, toll und aufregend. Von Angst keine Spur. Die kam dann, als ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde und alleine zu Hause saß. Tja… da gab es keinen Zettel wo drauf stand wieviel KE mein Essen hat. Was nun tun, also immer das gegessen, was es auch im Krankenhaus gab. Das klappte jedoch nur ne kurze Zeit, denn der Altag sieht anders aus, als ein Krankenhausaufenthalt.

Mein Start in mein Leben als Diabetikerin war alles andere als einfach. Mein Körper hat sich mit allen Mitteln gewehrt. Haarausfall, Schmerzen in den Beinen, schlaflose Nächte, Depressionen. Dazu kam dann noch, dass mich mein Ex betrogen und verlassen hat. Die Schuld daran gab ich natürlich dem Diabetes. Wie bescheuert… es lag einfach an den Typen.

Wenn ich so auf die 17 Jahre zurückblicke… WOW. In vielerlei Hinsicht, hatte der Diabetes einen positiven Einfluss auf mich. Ich wurde stärker, selbstbewusster, ok, das lag nicht nur an meinem Diabetes aber zum Teil auch.
Ich hätte damals nie gedacht, so lange damit zu leben. 17 Jahre…!!!!

Ich habe außerdem super tolle Menschen kennen gelernt, virtuell sowie real. Es war zwar nicht immer eine Hilfe, die vielen tollen Geschichten über andere Diabetiker zu lesen, vor allem dann nicht, wenn es grade bei mir einfach nur Kacke war. Wenn nichts so wollte und ich dann sah, wie toll es bei anderen lief, hab ich zu schnell aufgegeben. DAS muss und werde ich mir abgewöhnen, denn ich bin ich und nicht die anderen und ich bin gut so wie ich bin, mit allem was dazu gehört. Sich zu vergleichen ist immer ne schlechte Idee, in allen Bereichen. Ich bleibe da einfach ich, na und? Dann sind meine Tagebücher kitschig, nur so als Beispiel, aber ich muss damit klar kommen und niemand anders. 😉 Ich bin und bleib halt ne Bastel und Tüdeltante 😀


Happy Birthday Diabetes!!

Was ich vor 17 Jahren nie geglaubt hätte, wenn man mir gesagt hätte ist, dass ich heute glücklich bin. Richtig glücklich. Einen Mann der mich liebt und den ich liebe, eine Arbeit die mir mehr als nur Spaß macht, gestörte Kater bei denen wir wohnen dürfen. 😉 Ich kann sein wer ich bin, ich muss nicht immer stark sein, kann auch den Diabetes mal verfluchen ohne dabei ausgelacht zu werden oder nen blöden Spruch zu kassieren. Das wahre Ziel ist erreicht, glücklich sein, da sollte der Diabetes doch nur noch nen Klacks sein.

Auf die nächsten spannenden aufregenden Jahre mit dir, mein lieber Diabetes. Wir rocken das! 🙂

Bis bald, Eure Petra

Ein wenig oldschool

Es gibt sehr viele Neuerungen, was den Diabetes betrifft. Insulinpumpen die mit einem Sensor kommunizieren, Closed Loop Systeme, Apps um die Werte festzuhalten und die Kohlenhydtrate und so weiter. Bei vielen klappt das alles wunderbar aber irgendwie ist das alles noch nicht so ganz das meine. Habe das ein oder andere selbst probiert und für eine ganz kurze Zeit klappte das auch.
Vor kurzem hab ich meine Leidenschaft fürs Scrappbooking gefunden ebenso fürs führen eines Bullet Journals. Das schreiben per Hand liebe ich und werde es auch immer. Also hab ich mir so gedacht, wenn ich mich bemühe, dann ohne App, also…. ein schnuckeliges Heftchen raus gesucht und es aufgehübscht, Liste darin selbst erstellt um meine Werte so festzuhalten wie ich es für mich möchte und womit ich zurecht komme, denn es ist mein Diabetes und ich muss ihn so rocken, wie ich es mag und am besten kann und ich bin einfach der Schreibtyp und bleibe es wohl auch. Nicht, dass ich diese Apps nicht toll finde, denn das sind sie, nur nicht für mich. Und so hab ich angefangen meine Werte festzuhalten, zu schauen wo es dran mangelt, dass ich einfach nur Kack Werte habe, selbst wenn ich mich mal zwischendurch bemüht habe.
Warum bin ich wieder angefangen mich zu kümmern? Ganz einfach, ich hatte das Gefühl, dass mein Umfeld meinte, dass ich es nicht mehr könne, nicht das Wissen habe um meinen Diabetes wieder in die richtige Bahn zu bekommen. Denn das habe ich, es lag einfach daran, dass ich mehr als keine Lust hatte. Hab ja schon öfter den Versuch gestartet aber egal wie, es klappte nicht so wie ich wollte und da fehlte der für mich wesentliche Teil. Das Tagebuch!
Ich hatte mir diverse Versionen bei Amazon bestellt, schöne Bücher aber die Aufteilung war einfach nie so meines. Ich kam damit nicht so wirklich zurecht. Also hab ich das wieder aufgegeben nach oft nur ein
paar Tagen.

Das ist schön kitschig und verspielt, ich weiß, ist mir aber egal, ich brauch das. Wenn ich beim gestalten oder eintragen bin, befasse ich mich damit. Ich kann entspannen, abschalten. Einfach mein Ding und ich hoffe wirklich, wirklich sehr, dass ich es weiter durchziehe.

Der zweite positive Effekt, dass ich mich wieder mehr mit meinem Diabetes befasse ist, dass sich mein Mann auch wieder mehr mit seinem befasst, denn auch er hat es sehr schleifen lassen. Auch er führt seit kurzer Zeit Tagebuch, zwar kein so schönes wie ich es habe 🙂 aber dennoch ein sehr schönes. Für ihn ist die Aufteilung einfach perfekt und er kommt damit super zurecht. Ich bin da auch sehr stolz auf ihn, denn ich weiß, wie ungern er schreibt.

Meine Ziele sind, dass ich weiterhin meinen Diabetes meistere, eine neue Insulinpumpe, jedoch ohne dazugehörigen Sensor. Ich bleibe beim Libre2. Eine neue Pumpe deshalb, weil das Display meiner kleinen Veo nicht mehr so der Brüller ist, selbst mit Licht. Da wird es Zeit, so langsam mal an ein neues Modell zu denken. Natürlich bleib ich Medtronic weiterhin treu und möchte weiterhin eine Pumpe dieser Marke nutzen. Never Change an running System. 😉

Eure Petra

von linoiszuckerblog

Motivations-Desaster

Hallo ihr Lieben,

ich weiß jetzt auch wieder, warum ich mich so lange nicht um meinen Diabetes gekümmert habe. Wenn es nicht so klappte wie ich wollte, hab ich aufgegeben, weil ich genervt und frustriert war. Ich weiß, ich bin wenn ich mich bemühe, sehr pingelig was die Werte angeht. Neige auch dazu, zu schnell zu korrigieren. Messe extrem oft und wenn die Werte nicht schnell genug runter gehen bin ich noch genervter.
Inzwischen bin ich wieder kurz vor diesem Punkt, Diabetes Diabetes sein zu lassen und nichts zu machen. 

Meine Erkältung dümpelt immer noch in meinem Körper rum, nicht mehr doll aber sie ist da. Ich bin einfach unzufrieden . Temporäre Basalrate erhöhen hilft da auch nicht wirklich, ich hab so oder so Werte um die 200. Sie gehen auch mal runter, bleiben da nur nicht so lange und hüpfen dann wieder hoch. Mit dem Fiasp bin ich auch nicht mehr super glücklich. Ich hab heute festgestellt, dass es bei mir erst nach 1,5 Stunden anfängt zu wirken. Sollte eigentlich ja schneller funzen aber nööö, bei mir nicht. Das haut dann mit schnellem Essen nicht wirklich hin. Erst hoch und dann später in den Unterzucker. So macht es ja nun auch keinen Spaß. Überlege, ob ich es doch wieder mit Humalog versuche? Ich weiß es auch nicht. Das einzige wo ich gute Werte habe ist, wenn ich was von Mc Donalds esse. So nen glatter Verlauf, einfach der Wahnsinn. Esse ich z. B. Eiweißbrot, schießt es hoch. Verkehrte Welt grad alles.

Dazu kommt, dass es Jan nicht wirklich anders geht. Er ist von seinen Werten ebenso genervt. Er richtet sich nach den Vorgaben aber… ne Achterbahn ist nix dagegen. Er bekommt zwar keinen Unterzucker aber niedrig ist er oft, dann schießt es wieder hoch. Sein NovoRapid wirkt auch nicht so wie er es sich erhofft.
Mit den festen Einheiten haut es so oder so nicht hin. Er möchte ja sein Essen berechnen, nur möchte seine Diabetesberaterin noch nicht so ganz.
Gehen seine Werte währrend der Arbeit zu hoch, bekommt er Krämpfe, ist unkonzentriert. Gehen sie zu tief, ist er auch unkonzentriert und er hat Unterzuckerungssymptome. Das kann übel sein, wenn er dann mal auf ner Leiter steht.
Morgen hat er ja wieder Termin im Diabeteszentrum, da werden wir das mal ansprechen und hoffentlich kann er dann so langsam anfangen sein Essen zu berechnen.
Waage, Kaloriern mundgerecht, alles liegt bereit um benutzt zu werden. Wenn wir essen, sag ich ihm auch immer, wieviel ungefähr das Essen hat. Damit er schon mal ein kleines Gefühl dafür bekommt.

Auf jeden Fall, ist Aufgeben dieses mal keine Option. Denn wenn ich die Flinte ins Korn werfe, wird es Jan auch machen und das will ich nicht. Also… weiter kämpfen und das Monster irgendwie wieder in den Griff bekommen. Tschakkaaaaaaa

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Bis Bald, Eure

Linoi

von linoiszuckerblog

Alte Pumpe oder neue Pumpe?

Hallo ihr Lieben!

Die meisten Pumpis fiebern immer das Ende der Garantie ihrer Insulinpumpe entgegen. 4 Jahre, dann muss eine neue  her. Verständlich oder? Neuer ist immer besser. Ich war ja früher auch nicht anders. 4 Jahre die Accu-Chek Spirit… zack, die nächste, gut, da musste es ja auch sein, die Pumpe lief dann ja auch ab. Also kam dann die Accu-Chek Combo. Für mich persönlich, 4 schlimme Jahre. Ich hatte mit dieser Pumpe ja kein bisschen Glück. Viele Fehlermeldungen. Vor allem in der Nacht kam immer, die wundervollste Fehlermeldung überhaupt, „Verstopfung“. Welch ein Verschleiß an Kathetern und ein mega Kampf, diese Insulinpumpe über Garantie auszutauschen. Da stellte sich die Firma ein wenig quer. Nun ja. Mir hat in dieser Zeit die Pumpe ein wenig den Spaß an eine Insulinpumpentherapie genommen. Leider. Ich hab dann versucht für kurze Zeit wieder auf Pens um zusteigen aber das war auch nicht so der Renner. Klappte ja wieder mal nicht, hatte ja nicht grundlos ne Pumpe. Also zähneknirschend die 4 Jahre abgesessen, bis ich dann endlich auf eine andere wechseln konnte. Für mich stand fest, keine weitere der Firma Accu-Chek. Hätte ja eh nicht geklappt, da die Accu-Chek Insight ja nur mit NovoRapid läuft. Das wirkte ja eh nicht mehr bei mir. Passte dann ja.
Was Medtronic Pumpen anging war ich ja leider auch immer ein wenig skeptisch, warum genau, weiß ich gar nicht mehr. Die, die ich gerne genommen hätte (Cozmo), wurde vom Markt genommen. Tja nu, also wurde es doch eine Medtronic MiniMed Veo 554 und natürlich in… tadda… lila. Meine Lady Veo. Das ist nun auch schon geschmeidige 5,5 Jahre her und ich liebe sie weiterhin abgöttisch. Gut, die Garantie ist lange rum aber ich kann mich nicht dazu durchringen eine neue zu beantragen. Sie läuft, tut einen guten Dienst, was will man mehr?! Viel Unterschied zur MiniMed 640G gab es ja eh nicht, zumindest nicht wenn man keinen Sensor dazu hatte aber auch mit nicht wirklich. Es gab also keinen Grund zu wechseln. Nu gibt es ja die MiniMed 670G, Closed Loop, eine „denkende“ Pumpe. Klingt ja alles ganz toll aber ich tu mich da dennoch schwer mit, diese beantragen zu wollen. Es ist bestimmt ne ganz tolle Sache, dennoch kann ich mich nicht dazu durchringen. Ich bleib meiner kleinen Lady Veo treu bis sie ihre letzten Atemzüge, Motorgeräusche oder wie auch immer macht.

Auch andere Insulinpumpenmodelle können mich derzeit nicht wirklich reizen. Weiß nicht, sei es vom Optischen oder von der Handhabung her. Bin aber auch ein riesen Gewohnheitstier. Veränderungen böse.

Es war ja mit dem Libre nichts anderes. Himmel, ich wollte so nen Ding nicht an mir hängen haben, ich brauch das nicht, nö nö… und nu? Nutze ich das Libre schon gut 1 Jahr und es ist doch ne feine Sache und möchte es nicht mehr hergeben. Gut, ab und an hab ich noch mal ne kleine Anwandlung und messe blutig obwohl ich es nicht müsste. Einfach nur mal so und weil ich es kann. Schön ist es dann, wenn beide Systeme so gut wie dieselben Werte anzeigt.

Auf jeden Fall hoffe ich, dass meine kleine Lady Veo noch lange lange hält und ich stolz bin, ein lila Pümpchen zu haben.

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Bis bald,

Eure Linoi

von linoiszuckerblog

Wenn der Dia macht, was er will…

Hallo ihr Lieben!

Kennt ihr das? Wenn nichts so klappt, wie ihr es gerne hättet? Meine Erkältung bin ich noch nicht los, die kreucht und fleucht bei mir im Körper so rum. Dazu nun noch erhöhte Temperatur. Supi, da freut sich mein kleines Dia Monster. Es haut nix hin. Ich kann spritzen (bolen) wie blöd, aber lange unter 200 bleib ich nicht. Basalrate ist rauf, so weit es geht aber nö, es will nicht so klappen. Ich bin da leicht genervt.
Nur gut, dass ich inzwischen einen noch verständnisvolleren Mann habe. Denn bei ihm ist es, sogar ohne Erkältung, noch bescheidener. Es geht geschmeidig rauf und runter bei ihm. Richtig schöne Zick Zack Linien. Es haut einfach nix hin. Es ist frustrierend. Sein Diabetes will sich einfach nicht einstellen lassen. Der ist echt richtig stur. Dazu rief seine Diabetesberaterin wie verabredet gestern nicht bei ihm an. Er wird ja teilweise über Telefon eingestellt, ist ja soweit auch ok, nur doof, wenn sich dann keiner meldet. Er fühlt sich da ein wenig allein gelassen. Ich mag mich da auch nicht in seine Therapie zuviel einmischen, wobei ich es immer mehr als falsch ansehe, dass er feste Einheiten zu den Mahlzeiten spritzen muss. Es ist oft egal was er isst, der Blutzucker schießt hoch.
Dabei wurde ihm ja extra gesagt, dass es besonders wichtig ist, dass seine Werte im Normbereich sind, da er ja zusätzlich Probleme mit der Niere hat. Was genau, stellt sich erst noch raus, nur waren die Werte nicht i. O. Grade da frag ich mich, warum es nicht anders gehandhabt wird?! Ne Schulung wäre auch gut, allein schon, damit er mehr Sicherheit bekommt.

 

Ein kleiner Lichtblick für Jan ist, dass seine Gesundheitskasse nun die Libre Sensoren genehmigt hat. Wenigstens was. Alles andere kann auch nur besser werden.

Bis bald, Eure

Linoi

von linoiszuckerblog

NovoRapid Test

Hallo ihr Lieben.

Bis vor 5 Jahren war ich ja noch Nutzerin von NovoRapid. Ich war damit soweit ja immer super zufrieden, bis es anfing, nicht mehr so gut bei mir zu wirken. Es kam mir vor, als würde ich Wasser spritzen. Bin dann ja auf Humalog gewechselt. Inzwischen bin ich bei Fiasp (blöder Name) gelandet. Das ist zwar auch ok, aber so begeistert wie manch andere bin ich davon nicht. Es ist für mich kein großer Unterschied, ob ich Humalog oder Fiasp spritze. Naja, was solls, Hauptsache es wirkt.

Nun habt ihr ja auch bestimmt schon mit bekommen, dass mein Göttergatte sich auch nen Diabetes angelacht hat. Er nimmt da als kurzwirkendes Insulin NovoRapid. Da kam mir mal so die Idee, dass ich es auch auch mal wieder ausprobieren könnte. Ich mein, es hätte sich ja in den 5 Jahren wieder so verändern können, dass es bei mir wieder normal wirkt. Also, seinen Pen geschnappt und mal getestet und was soll ich sagen? Nö, hat sich nicht verändert. Es schlägt bei mir weiterhin nicht wirklich an. War wieder, als würde ich es stark mit Wasser verdünnen. Hab dann wieder mit Fiasp korrigiert und schwupp, war wieder alles gut. Dann bleib ich halt weiterhin bei Fiasp.

Habt ihr auch schon mal so rum experimentiert? Seid ihr da mutig oder eher nicht so?
Ich habe vor längerer Zeit auch schon mal 2 Jahre abgelaufenes Insulin probiert und es wirkte einwandfrei. Oder mal bei meinem Meerschweinchen Blutzucker gemessen. War keine Absicht es zu machen, eher nen Zufall, als ich beim Krallen schneiden etwas zu tief gesäbelt hatte. Da wurde der kleine Blutstropfen gleich genutzt.

Wie würde Jan nun sagen? Kleines Spielkind aber das macht nichts, dass bin ich gerne mal 😀

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Bis bald, Eure

Linoi

 

 

von linoiszuckerblog

1, 2 oder doch 3?

Das ist die Frage der Fragen.

Heute hatte Jan wieder Termin bei seiner/unserer Diabetesberaterin, Ergebnisse von den Laborwerten waren da. Wir waren mächtig gespannt, was dabei rausgekommen ist.
Ein wenig enttäuscht waren wir dann, als es sich zumindest als kein Typ 1 herausstellte. Es deutete sehr vieles darauf hin. Die Tendenz geht auch nicht so wirklich zum Typ 2 sondern… Tadda… Typ 3e. Das heisst, durch hohe Einnahmen von Cortison, hat sich höchstwahrscheinlich ein Diabetes Typ 3e entwickelt. Glückwunsch. Dazu kommt, dass seine Nieren einen geringen Durchfluss haben und somit auch keinen Zucker ausspülen können. Da er durch seinen Morbus Crohn ein großen Teil des Dickdarms eingebüßt hat, scheidet er die meiste Flüssigkeit über seinen Stuhl aus. Das bedeutet im Grunde, dass sich daran nichts an seinen Nierenausscheidungen ändern wird. Somit bleibt der Blutzucker weiterhin hoch, was nur durch eine Menge Insulin, in den Normbereiche zu nbekommen ist. Daran wird nun gearbeitet, was nun noch mit Metformin unterstützt werden soll. 

Nun komm ich ins Spiel. Mich plagt ein wenig ein schlechtes Gewissen. Ich weiß, dass müsste ich nicht haben aber es ist da. Schlechtes Gewissen, weil es bei mir schnell klar war, welchen Typ ich hab. Weil ich so eher einen Anspruch auf eine Insulinpumpe hatte (Jan hasst es zu spritzen). Weil ich mein Essen berechnen und dementsprechend bolen kann und mit guten Werten dann da raus komm. Das alles hat er nicht und ist sehr frustriert über die ganze Situation. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, ob mein eigenes Bemühen für ihn nützlich ist oder eher schädlich und noch mehr frustriert. Ich weiß grad nicht, wie ich ihm am besten helfen kann, motivieren kann.
Ich denke, am besten ist es, ich lasse ihn einen eigenen Weg finden, wie er damit zurecht kommt, ohne ihm das Gefühl von Bevormundung oder Besserwisserei zu geben. Aber egal was kommt, wir kriegen das alles in den Griff…

Bis bald, Eure Linoi

von linoiszuckerblog

Diabetes im Doppelpack

Hallöchen ihr Lieben.

In vielen Gruppen, Foren usw. liest man ja immer öfter, dass sich manche als Partner einen Diabetiker wünschen, damit dieser mehr Verständnis hat und es leichter ist.

Ist es das denn wirklich? Einfacher wenn beide Diabetiker sind? In einer solchen Beziehung war ich ja schonmal und ich muss sagen, dass war manchmal nicht so der Brüller. Vor allem wenn der Partner meint, er könne aufgrund seines Diabetes nicht mehr arbeiten und er hätte eh viel „schlimmer“ Diabetes als man selbst und man ochst sich wie alle anderen einen auf der Arbeit ab. Da fehlte mir immer mehr das Verständnis für diese Aussage. Wenn Besserwisserei dann noch dazu kommt, kann es sehr schnell ins Unschöne umschlagen und man ist genervt.

In meiner jetzigen Beziehung/Ehe ist es jedoch jetzt schon anders. Jan kannte es, wie es mit ner chronischen Erkrankung ist, konnte manches nachempfinden, anderes jedoch nicht. Wenn ich z. B. was gegessen habe und dazu nicht gebolt habe. Diese Null Bock Laune, einfach nach dem Motto, wenn ich es nicht sehe, sieht es mich auch nicht. Wenn man frustriert ist, weil die Werte trotz bemühen nicht so wollen. Das sind u. a. Dinge, die ein Nichtdiabetiker nicht nachvollziehen kann, ganz einfach, weil dieser sich nicht 24/7 um das kleine Monster kümmern muss.
Nun ist Jan in der selben Lage. Für jedes bisschen Essen müsste er bolen, klappt nur nicht so, weil er dafür noch nicht so richtig eingestellt ist, mit seinen festen Einheiten. Das nimmt ihm ein wenig die Freiheit. Auch klappt es mit diesen Einheiten nicht immer so, dass der Wert nach dem Essen gut ist. Das frustriert, manchmal mehr, manchmal weniger.
Da kommt dann auch bei mir die Sorge, dass er so handelt wie ich es viel zu lange getan habe, nämlich mit ignorieren des Diabetes. Das er zu gefrustet ist um sich zu bemühen, dass es besser wird. Ich hab Angst, dass er es so schludern lässt wie ich es getan habe. In diesen Momenten verstehe ich ihn wieder besser, wenn er sich da um mich Gedanken gemacht hat, wenn ich sagte, es ist mir alles egal. Vielleicht ist es das in dem Moment, nur bin ich ihm nicht egal und dann denke ich jetzt, dass ich ihm mit meinem Verhalten verletzt habe. Dass sich seine Frau, die er so liebt, selbst egal ist. 
Mein Ziel ist es, ihm den Einstieg und das Leben mit seinem Diabetes zu erleichtern, indem ich mich auch wieder mehr um meinen kümmere. Ich möchte, dass er weiss, dass er damit nicht alleine ist, möchte ihn motivieren wo ich nur kann. Denn mein Start war da eher das Gegenteil. Mir wurde eher Angst gemacht, als Mut. Diese Erfahrung möchte ich ihm ersparen.

Mein Fazit also, es ist schon schön, wenn man besser, was den Diabetes angeht verstanden wird, es bedeutet aber auch doppelt sorgen.

Wie sagt man aber so schön? Wie in Guten, so auch in Schlechten Zeiten. Gemeinsam bekommen wir unsere Monster in den Griff.

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Schönen Sonntag euch noch

Eure Linoi

von linoiszuckerblog

Blöde Erkältung

Hallo ihr Lieben,

ich bin da ja nu grad echt leicht pissig. Da freut man sich, dass die Werte besser werden weil man sich bemüht und was kommt? Halsschmerzen. Die allein bleiben ja meist nicht, also gesellen sich da bestimmt bald der liebe Husten und der freundliche Schnupfen dazu. Ich bin begeistert. Mein liebster Göttergatte schüttelt es ratz fatz wieder ab, ich aber dümpel da ewig mit rum…. So nen Mist.

Was macht man also, mal ein wenig die Basalrate auf 130% gestellt, ob es reicht wird sich zeigen. Muss doch bessere Werte als Jan haben… hrhrhrhr…. 😉

Gleich nochmal Grippostad reinpfeifen und auf Besserung hoffen.

Bis danni, Eure an Männergrippe leidende Linoi

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von linoiszuckerblog

Dia Buddys

Hallo ihr Lieben!

Man sagt ja, dass sich Paare im Laufe der Jahre aneinander anpassen, dass mein Mann sich jedoch extra dafür nen Diabetes anlacht, hätte nun nicht sein müssen.

Jan hat seit knapp 30 Jahren schon Morbus Crohn, hatte nie den Verdacht auf eine andere Autoimmunerkrankung. Vor 6 Monaten waren seine Blutwerte im Bezug auf Diabetes noch unauffällig, es war alles im grünen Bereich.
Vor circa 4 Wochen klagte er dann öfter über Krämpfe und trotz verstärkter Einnahme von Magnesium, wurden diese nicht besser. Dann ging es weiter, dass er vermehrt zur Toilette musste, dass war schon recht ungewöhnlich aber nun gut. Als er jedoch anfing schlechter zu sehen und auch noch dazu Wasser getrunken hat… WASSER!!!! Das war schon mehr saufen als trinken, bat ich ihn dann mal, seinen Blutzucker zu messen und siehe da… wir wurden freundlichst gegrüsst. Ab, Hände waschen, nächstes Gerät…. aber auch da wurden wir freundlichst gegrüsst mit einem netten HI. Gut… zum Krankenhaus bzw. Notdienst wollte er nicht, was also tun… als besorgte Ehefrau, mit 15 Jahren Diabetes Erfahrung fiel mir nur ein, ihm einen Libre Sensor von mir an den Arm zu basteln, um ein wenig Kontrolle darüber zu haben, wie seine Werte sich verändern und ob überhaupt. Jaaaa, ich weiß, hat meine Krankenkasse gezahlt und ist böse, war mir in dem Moment aber wirklich egal. Zur Not kauf ich dann halt einen selbst dazu oder messe mal 2 Wochen wieder blutig. Alles Dinge womit ich supi leben kann.

Am nächsten Tag, ein Montag, rief Jan erstmal bei meinem Diabetologen an, schilderte es aber die meinten, dass er erstmal zum Hausarzt solle. Dort waren wir dann auch aber wie dieser meinte, wäre es ja kein Typ 1 oder Typ 2 Diabetes, Jan solle wenig Essen und nur Wasser trinken (hat er ja eh schon gemacht). Dazu Metformin und so ne andere Tablette, die aber keine Apotheke vorrätig hatte, bestellen war zu spät. Ich war mit der Art von unserem Hausarzt nicht zufrieden, also hab ich noch mal ganz nett bei meiner Diabetes Praxis angerufen, nochmal alles geschildert und wir sollten dann sofort kommen. Dort wurde alles gemacht und getan. Jan sein Langzeitwert lag bei geschmeidigen 11,8%. Sein Wert immer noch lustig am „HI“ rufen. Also, sofort mit einer Insulintherapie starten. Das war alles am 23. September.

Da sich Jan ja nun sehr (meist, ok manchmal) gewissenhaft um seinen Diabetes kümmert, bin ich auch wieder motivierter mich um meinen zu kümmern. Mein Durchschnitt ist unter 200 gesunken, lag vorher bei 500 +. Ich messe regelmäßig und bole auch brav zum essen, so wie es ja eigentlich sein sollte. Ich denke, dass ich es nun auch wieder mache, hilft auch Jan, dass er da am Ball bleibt, denn mit fast 50 ist es sehr schwer sich um zustellen. Durch seinen Morbus Crohn, hat er nicht den kompletten Zucker verwertet den er zu sich genommen hat, da war ne Tüte Haribo nichts und da waren seinen Blutzuckerwerte noch Tippi Toppi, haben ja bei Bedarf dann mal aus Spaß gemessen. Es fällt ihm schon schwer aber zusammen bekommen wir beide das hin.

Welchen Typ Diabetes er hat, steht noch nicht fest aber getippt wird auf Typ 1. Noch hat er zu den Mahlzeiten auch feste Einheiten, denke aber, dass sich das ändern wird, wenn ich mir seinen Verlauf so ansehe. Wir werden es bald erfahren.

Jetzt verstehe ich ihn auch besser, wenn er sich immer um mich gesorgt hat, wenn mir alles egal war. Wie meine Werte waren, dass ich nicht gebolt habe, nur korrigiert zwischendurch. Ich mache mir nun dieselben Sorgen, wenn nicht sogar mehr.

Auf jeden Fall sind wir nun Dia Buddys, Mann und Frau, beste Freunde… einfach ein Dream Team.

Ich halte euch auf dem Laufenden, was bei uns in kommender Zeit noch alles so passiert.

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Unsere hübschen BZ Täschchen…. wenn schon, denn schon im Partnerlook 😀

Eure Linoi

von linoiszuckerblog